Gründungsgeschichte

Die Geschichte von Eberborn

Wie aus einem Acker ein Ferienpark wurde

Im Sommer 1967 war der Solling noch so etwas wie ein Geheimtipp – viel Wald, wenig Menschen, und hier und da ein Traktor, der eher als Theke denn als Arbeitsgerät diente. In dieser beschaulichen Idylle erwarb Erwin Biernot, ein Mann mit mehr Ideen als Geld, ein stattliches Stück Land mit der festen Überzeugung:

Camping wird der heiße Scheiß der Zukunft.

Gemeinsam mit seiner resoluten Frau Gerda, die zwar nie einen Nagel gerade einschlagen konnte, aber dafür jedes Behördenformular im Schlaf ausfüllte, stampfte er in Windeseile einen Campingplatz aus dem Boden. Der erste „Waschraum“ war eine Regentonne mit Brauseaufsatz, die Rezeption eine Gartenlaube mit einem Schild aus Sperrholz, das Erwin in einer langen Winternacht mit Schnaps und Lack beschriftet hatte.

Noch im gleichen Jahr, nach einer feuchtfröhlichen Eröffnungssause mit viel Bockwurst, Volksmusik und selbst gebranntem Zwetschgengeist, passierte das Unvermeidliche:

Horst

Gezeugt unter mysteriösen Umständen in einem Dethleffs Wohnwagen, dessen Achse noch heute schief steht. Und so wurde aus einem Traum vom Campingleben auch gleich ein echtes Familienunternehmen.

Die goldenen Jahre

In den 70ern und 80ern brummte der Laden. Die Biernot’sche Ordnung war… sagen wir… kreativ. Jeder Gast bekam einen Platz – nicht immer den, den er wollte, aber immerhin. Halber Platz zum doppelten Preis, wenn es voll war.

Horst wuchs zwischen Zeltheringen, Gitarrenkreisen und improvisierten Kinderdiskos auf. Er lernte früh, wie man Strom klaut, Grillanzünder selbst herstellt und mit leeren Bierdosen ein Insektenhotel baut. In der Schule wusste er wenig über Integralrechnung, dafür alles über Wühlmäuse und Bier.

Als Teenager war Horst vor allem für drei Dinge bekannt:

1. seine Haare, irgendwo zwischen Vokuhila und Mofafrisur
2. seine unerschütterliche Fähigkeit, im Halbschlaf Gäste einzuweisen, auch wenn sie nach Mitternacht ankamen – und manchmal auch, wenn sie gar keine Gäste waren
3. immer eine Dose Bier in der Hand.

Wandel, Wahnsinn und WLAN

Anfang der 90er Jahre wurde aus dem „Campingplatz Biernot“ langsam etwas, das sich Ferienpark nennen darf. Aus dem alten Hühnerstall entstanden zwei Ferienwohnungen mit schiefem Charme, und die alten Waschhäuser bekamen endlich Türen, die auch im geschlossenen Zustand ihre Funktion erfüllten.

Horst übernahm 1993 das Gelände und die Leitung des Campingplatzes offiziell, auch wenn er eigentlich nie so ganz aufgehört hatte, dort einfach alles zu machen. In einer legendären Stammtischsitzung mit dem Bürgermeister und dem gesamten Ortsbeirat schlug er den neuen Namen vor:

Eberborn – Der Ferienpark im Solling.
Weil es hier Eber gibt und irgendwo in der Nähe sicher eine Quelle sprudelt. Oder wenigstens ein Leck.

Seither ist einiges passiert: neue Stellplätze, ein Mini-Shop, eine Gaststätte mit wechselndem Konzept (zwischen rustikal und ambitioniert) und eine Website, die sich regelmäßig selbst neu erfindet. Nur eines bleibt: der Charme eines Campingplatzes, auf dem man sich sofort zu Hause fühlt.

**Eberborn ist kein Ort. Es ist ein Zustand.**
Und wer einmal hier war, nimmt nicht nur Mückenstiche, sondern auch Geschichten mit nach Hause.